Unsere Gäste:
Daniel Neuer

Architekt aus Berthelsdorf
Stammt aus dem Schwarzwald
1996 das erste Mal in der Oberlausitz
seit 2000 Oberlausitzer
Caspar Sawade

Geschäftsführer des Zittauer Theaters
Kommt vom Niederrhein
Kam wegen der Arbeit in die Oberlausitz
Martin Bühler

Zimmermann aus Oberseifersdorf
Stammt aus Heidelberg
Kam 1995 das erste Mal als Wandergeselle in die Oberlausitz
Danach immer wieder, um an Umgebindehäusern zu arbeiten
Lebt seit 1997 in der Region
Matthias Henkert

Student aus Radebeul
Kam zum Studium an der Fachhochschule nach Zittau
Beschäftigt sich in seinem Studium mit regionalen Wirtschaftskreisläufen am Beispiel der Oberlausitz
Warum Oberlausitz?
Freiheiten sind hier so groß wie kaum anderswo – viele Möglichkeiten, etwas Neues aufzubauen und zu gestalten – tolle Studienbedingungen, persönliche Betreuung und moderne Ausstattung – spannende Lage im Dreiländereck – günstige Möglichkeiten, sich sesshaft zu machen – wegen Arbeitsangebot hierher gezogen – große Chancen, eine Nische für sich zu finden – noch ist nicht alles festgefahren – so viele Initiativen und Angebote auf so kleinem Raum
Kritik und Änderungsvorschläge
Die Region verkauft sich unter Wert – für eine aussterbende Region ist das Bewusstsein für Familien- und Kinderfreundlichkeit kaum ausgeprägt – viel Gerede, wenig Aktionen – wenig Initiativen für regionale Wirtschaftskreisläufe – es gibt kein Bevölkerungsmarketing – Marketing sehr institutionell, Probleme bei der Kommunikation - kaum Bemühungen, um neue Bewohner für die Region zu gewinnen – Gefahr, dass die Identität der Region verloren geht, z.B. durch die Verfälschung der Baukultur
Chancen, Potenziale und Ideen
Die wenigen Arbeitsstellen, die vergeben werden können, sollten wenn möglich geteilt werden, um mehr Menschen zu beteiligen – bundesweite Werbung mit preiswerten Immobilien und niedrigen Lebenshaltungskosten – als Region aus der Masse herausheben – effektiv ist es, viele Menschen in persönlichen Kontakt mit der Region zu bringen (Urlaub, Besuche) – Hochschule als Standortvorteil verstehen, nicht als Kostenfaktor – mehr Werbung mit Einmaligkeiten (wie bereits mit den Zittauer Fastentüchern)
Ende im Gelände? Oder geht es hier weiter?
Stimmen und Meinungen der anschließenden Diskussion
Es geht weiter, aber es wird anders! – es ist erfrischend, wie die Podiumsgäste mit soviel Optimismus über die Oberlausitz reden – in dieser Region bestehen die Chancen für Experimente besonders im kulturellen Bereich (günstige Immobilien sind ein Beitrag) – es gibt zu viele Entscheidungsträger, die nichts mehr entscheiden, weil der Mut fehlt oder weil es nicht um die eigenen Zukunft geht – Kleinstaaterei ist ein Hemmnis – viele besitzen aber die Fähigkeit zum Umdenken und Andersdenken – mehr Engagement junger Leute in der Politik – nur Wirtschaft trägt die Region, Theater und Hochschule sind Kostenverursacher – Widerspruch: Hochschule ist die Chance, dass viele junge Leute die Region kennen lernen, Studenten geben Geld in der Region aus (Konsum und Mieten), Hochschule ist auch Arbeitgeber – Oberlausitz hat Pioniergeist = Pioniergegend – Politik der Region ist jugendunfreundlich – es wird nur noch verwaltet, keine Gestaltung – viele weigern sich weiter zu denken, solange die B 178 nicht gebaut ist, Stillstand – Was ist, wenn die Straße nie kommt? – es ist kein Ziel definiert, keine Investitionen in die Zukunft – Attraktivität für junge Leute schwindet – Argumente der Podiumsgäste, sich für die Region zu entscheiden, sind auch Gründe hier zu bleiben – Unterschied zur Bautzener Region, dort wird stolzer und selbstbewusster von der eigenen Heimat gesprochen – Zittauer Region wuchert zu wenig mit den tollen Angeboten (z.B. mit dem mehrfach gelobten Theater) – Dreiländereck – Vielfalt wird kleingeredet – Wir müssen klappern! Stolz sein! – einen eigenen Weg finden, nicht andere Regionen kopieren – wir müssen unseren eigenen, den Oberlausitzer Weg finden – nicht auf die Politik warten, sondern Neues entsteht hier vor allem auf Eigeninitiative